Gedankenreise

Der Tod ist unvermeidlich. Davon können wir NF2-Betroffene ein Lied singen. Unsere Teilnehmerin Ines hat ihren Gedanken freien Lauf gelassen und widmet ihren Text an unseren, kürzlich verstorbenen Freund und Teilnehmer, Gerhard. 

 

Und wieder einer ein Blatt mehr an unserem Gedächtnisbaum.

Sprachlos… Fassungslos… Unendlich traurig…

Als die Nachricht vom Tod von Gerhard die Runde machte, war nicht nur ich erschrocken. Wie bitte? Doch nicht Gerhard. Er hatte doch noch zwei Tage zuvor seine Bereitschaft signalisiert, am NF2-Adventstreffen teilzunehmen…

Gerhard – der lustige, immer zu spitzfindigen, niveau- und humorvollen Einlagen bekannte Typ. Mein Baujahr… Er ist nicht mehr?

Wir kennen uns schon eine halbe Ewigkeit – nicht näher von Frau zu Mann, sondern halt wie lieb gewonnene Kumpels. Die gemütlichen Treffen in Mücke. Gerhard war der Einzige, der bei allen (!!!) Mücke-Treffen dabei war. (Anerkennens- und Beneidenswert!) Egal, wie es Gerhard ging, er hatte immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. Sprühte vor Lebensfreude. Einer, der sich immer einmischte. Er war bei so vielen Aktivitäten dabei…

Schmerzhaft war MEINE Beobachtung seines körperlichen Verfalls im Laufe der Jahre, am Charakter und am Kampfgeist von Gerhard hatte sich nie etwas geändert.

 

Ab und zu ließ er in seine Seele blicken, wenn er Kämpfe
ausfechten musste mit Ämtern um Lebensnotwendigkeiten IMG-20171011-WA0000_resized_20171011_030144361wegen dieser schweren Erkrankung. Ein Vorbild für mich, die nicht derart heftig von NF2 betroffen ist.

Voll Traurigkeit sehe ich auf sein Urlaubsfoto: Auf dem Steg am Meer in die unendliche Ferne blickend. Ob er geahnt hat, dass es ein Abschied für immer werden würde?

Es schrieb jemand aus seiner Betroffenheit heraus spontan im NF2-Forum: „Da hat es wiedermal ein ganz ‚alter Kämpfer‘ geschafft“… Ich denke: „Da hat es wiedermal ein ganz ‚alter Kämpfer‘ nicht geschafft, alt zu werden“…

Gerhard – es war schön, dass ich dich kennen und schätzen durfte. Leider kann ich mich nicht von dir persönlich verabschieden, die Entfernung ist einfach zu groß. Wobei ich mich schäme: Für dich war nie ein Weg zu weit. Wo auch immer dich dein letzter Weg hinführt, ich wünsche dir die ewige Ruhe nach deiner letzten Reise.

Ein Gedanke zu „Gedankenreise

  1. Astrid Lieberwirth

    Danke Ines,du sprichst mir aus der Seele.Gerhard wird uns allen fehlen und unvergessen sein.Auch ich kann nicht Abschied nehmen aber in Gedanken bin ich beim Begräbnis dabei.Meine Gedanken sind auch bei Maike und Felix.Gerhard wäre ,wie immer schon ,stolz auf seine Kinder.

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