Wochenende für die Seele – oder Seminar?!

Auch dieses Jahr fand wieder ein sehr interessantes und für uns wichtiges Seminar zum Thema Mobilität statt. Da so gut wie jeder Betroffene über einen eingeschränkten Gleichgewichtssinn verfügt und viele zudem körperlich eingeschränkt oder davon bedroht sind, ist es umso bedeutender Wege aufgezeigt zu bekommen wie wir unser Ziel dennoch erreichen. Teilnehmerin Bella schildert uns hier ihre Erlebnisse:

Voller Vorfreude ob des angekündigten Ausprobieren-könnens verschiedener
„Fahrzeuge“ fuhr ich zum Seminar „Mobilität mit NF2“. Obwohl es beim Umsteigen
vom Zug auf der Hinfahrt keinerlei Hilfe für Rollifahrer gab, hat es doch noch
geklappt und wir sind gut im Hotel angekommen. Die Seminargruppe bestand aus
altbekannten „Hasen“ und ich freute mich sehr, einige Freunde wieder zu sehen.
Beim ersten Vortrag zur aktuellen Gesetzeslage mussten wir feststellen, dass es
eher um Grundlegendes wie die „Klassifizierung der Behinderten“ geht und es
wurde sehr emotional diskutiert. Schade, dass es heutzutage hauptsächlich ums
Geld geht und der Mensch als solcher nicht mehr wahrgenommen wird.
Sehr skeptisch war ich dann Nachmittags beim Zirkeltraining. Aber wir hatten alle
riesen Spaß und der Muskelkater am Tag danach erinnerte noch den ein oder
anderen an die „Folter“ mit der Physiotherapeutin Bei der anschließenden
Entspannung wurde ich so sehr entspannt, dass ich auf kurze Traumreise ging
Am nächsten Tag erfuhren wir sehr Interessantes über Reisen speziell für
Rollifahrer. Es wurde beispielsweise von rolligerechten Safaris, Tauchurlaub und
sogar Segeltörns berichtet. Ich war sehr erstaunt, dass es für Rollifahrer auch was
anderes gibt als „Selbstanreise mit dem Auto innerhalb Deutschlands“. Aber
schlussendlich ist immer eine Frage des Geldes – für manche unter uns ist Urlaub
unbezahlbarer Luxus!
Dann endlich stand für mich der Hauptgrund auf dem Programm, warum ich zum
Seminar gefahren bin: Wir konnten ein E-Bike, E-Dreirad, Liegefahrrad und
verschiedene Rollis/Rollatoren testen.
Fazit: Zweiradfahren klappt mit großer Konzentration ganz gut, ist aber für mich
längst nicht so entspannend wie das Dreirad!
Die Abende in geselliger Runde waren immer viel zu schnell vorbei. Ich habe sehr
interessante, tiefgehende und auch emotionale Gespräche geführt. Gelacht haben
wir natürlich auch viel, obwohl einige erst am letzten Abend „auftauten“. Es tut
immer wieder gut zu sehen, wie wichtig doch für uns Gleichgesinnte und unsere
Gemeinschaft sind.
Mehrmals „wurden wir gegangen“ aus dem Restaurant, da das Personal
Feierabend machen wollte Auch wenn die Bedienungen zwar Erfahrung im
Umgang mit Rollifahrern haben, war unsere Hörschädigung für sie noch Neuland.
Aber trotzdem haben sie sich sehr bemüht – Klasse!
Ich freue mich sehr aufs nächste Zusammentreffen unserer Gruppe – egal ob
Seminar, Mücke oder einfach so! Es tut verdammt gut, „seine“ Leute um sich zu
haben!!!

img-20161003-wa0006

img-20161003-wa0003

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s